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Erika Groth-Schmachtenberger — Biographische Daten
 
Zusammengestellt von Gerda Schurrer, Universitätsbibliothek Augsburg, Fachreferat Volkskunde (Dezember 2004)
 
 
 

30.03.1906
Erika Schmachtenberger wird in Freising als zweite Tochter eines "Königlichen Reallehrers" geboren. Der Vater entstammt einer alten Weinbauernfamilie in Randersacker/Main, die Mutter stammt aus Würzburg.
1908-1911
Kindheit und Jugend verbringt sie zunächst in Würzburg,
1912-1917
dann in Amberg
1918-1929
und schließlich in Kempten.
1922
Nach Abschluss der Mittleren Reife an der Höhere-Töchterschule der Englischen Fräulein in Kempten durchläuft sie eine Banklehre und arbeitet kurzzeitig während der Inflationszeit in einer Bank.
1928/29
Volontariat bei einem Fotografen in Würzburg. Schmachtenberger wohnt in dieser Zeit bei ihrer Würzburger Großmutter.
1928-1930
Sie eröffnet ihr eigenes Fotogeschäft "Fotohaus Erika" in Thannheim (Tirol), wo ihr Vater für den Sommeraufenthalt ein Bauernhaus gemietet hatte.
1930-1932
Abschluss und Meisterprüfung an der "Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen" in München.
Eröffnung eines kleinen Porträtstudios in München-Schwabing. Aufgrund der schlechten Auftragslage entscheidet sie sich dann jedoch für eine Laufbahn als Pressefotografin.
1932
Herbst: Beginn ihrer Arbeit als Pressefotografin mit Fotos für Münchner Verlage und für Rundfunk-Zeitschriften. Sie arbeitet u. a. bis 1942 als freie Mitarbeiterin für die Zeitschrift "Illustrierter Rundfunk", die im Münchner Verlag Knorr und Hirth erscheint. Ihre Fotos erscheinen auch in der "Münchner Illustrierten" und in der "Gartenlaube".
1933
Kauf eines "offenen Zweisitz-Opel" (20 PS), des damals günstigsten Autos. Zuvor war sie immer mit dem Fahrrad unterwegs gewesen.
1934
Schiffsreise nach New York im Auftrag der "Münchner Illustrierten". Danach Landschaftsfotos, Aufnahmen von Festen, Bräuchen, Handwerk und bäuerlichem Leben in Deutschland und Österreich, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien, Italien, Südfrankreich und Spanien.
1936
Kauf eines "stattlichen" Ford-Eifel-Cabriolet, ab 1940 jedoch Fahrverbot.
1941/42
Arbeit bei der TOBIS-Filmgesellschaft München als Stand- und Pressefotografin.
Nachdem sie die erste Bombardierung Münchens im Zweiten Weltkrieg erleben muss, lagert sie ihr Fotoarchiv nach Ochsenfurt aus.
1948
Heirat mit Hans Groth, Ingenieur eines großen Elektrokonzerns, den sie beim Presseball im Februar 1947 kennen gelernt hatte. Die kirchliche Trauung findet im Herbst 1948 in der Wieskirche bei Steingaden statt.
 
In den darauf folgenden Jahren wohnt sie in München und ist als freie Mitarbeiterin für zahlreiche Zeitschriften und Verlage tätig und reist als Fotografin durch ganz Europa.
1974
Umzug nach Murnau, wo sie ihr umfangreiches Fotoarchiv von mehr als 300.000 Negativen ordnet.
Bis 1982
ist sie offiziell als Fotografin tätig.
Ab 1982
Verkauf von großen Teilen ihrer Sammlung, die sich heute im Besitz von mehr als 40 Archiven und anderen öffentlichen Einrichtungen in Deutschland, Österreich und Italien befinden. Die bedeutendsten Fotosbestände von Erika Groth-Schmachtenberger befinden sich heute im Besitz folgender Institutionen: Universitätsbibliothek Augsburg, Haus der Bayerischen Geschichte (Augsburg), Bayerisches Nationalmuseum München, Institut für vergleichende Völkerkunde der Universität München, Bildarchiv Foto Marburg, Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (Staatsbibliothek zu Berlin).
1987
Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse.
1989
Nach dem Tod ihres Mannes Umzug nach Würzburg.
13.03.1992
Erika Groth-Schmachtenberger stirbt in Würzburg.