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Die Augsburger Friedensgemälde

Die Augsburger Friedensgemälde - eine Folge von 138 Einblattdrucken mit Kupferstichen und Erbauungstexten, die zum Gedächtnis des Westfälischen Friedens in den Jahren 1651 bis 1789 für die evangelische Schuljugend von Augsburg herausgegeben worden waren - stellen kunst- und kulturgeschichtlich ein einzigartiges Zeugnis der Erinnerungs- und Festkultur des Protestantismus dar.

Historischer Hintergrund

Das Augsburger Hohe Friedensfest, seit 1950 in der bayerischen Verfassung als (weltweit einziger städtischer) Feiertag festgeschrieben, geht zurück auf die konfessionellen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten im 17. Jahrhundert. Nachdem das von Kaiser Ferdinand II. am 6. März 1629 erlassene Restitutionsedikt, das die Rekatholisierung des Reiches zum Ziel hatte und die Rückgabe aller seit 1552 von den Protestanten vereinnahmten Kirchengüter sowie die volle Wiederherstellung der geistlichen Jurisdiktion durch den Bischof nach den Forderungen von 1548 vorschrieb, in der Reichsstadt Augsburg nicht umgesetzt wurde, ordnete der Kaiser ein hartes Durchgreifen an. Nach unverhohlenen Gewaltandrohungen des kaiserlichen Reichskommissars, der "Plünderungen und andere Pressuren" und "gänzliche[n] Untergang" in Aussicht stellte, beugten sich die Stadtpfleger schließlich und mit Einwilligung des Rates wurde den kaiserlichen Befehlen stattgegeben: Der Ratsbeschluss vom 8. August 1629 enthob die 14 evangelischen Prediger der Stadt ihrer Ämter, evangelische Geistliche, die kein Bürgerrecht besaßen, wurden der Stadt verwiesen. Die Ausübung der evangelischen Konfession wurde "aufgehoben", die evangelischen Kirchen gesperrt und die katholische Religion "gleich wie sie vor Veränderung derselben allhie gewesen" wiederhergestellt.
Als im Westfälischen Frieden 1648 die Parität der Katholiken und Protestanten festgelegt wurde, stifteten die Protestanten in Erinnerung an diese bedrückenden Ereignisse und aus Dankbarkeit für den Westfälischen Friedensschluss das Hohe Augsburger Friedensfest, das in Erinnerung der Entlassung der evangelischen Prediger alljährlich am 8. August begangen werden sollte.
Erstmals wurden 1650 in allen evangelischen Kirchen feierliche Dank- und Friedensgebete abgehalten, in deren Rahmen seit 1651 auch die so genannten Friedensgemälde zur religiösen Belehrung an die Schuljugend ausgeteilt wurden. Zunächst handelte es sich um gedruckte Gebete, denen bald jedoch schon mit Kupferstichen geschmückte Blätter im Folioformat folgten: Der überwiegend biblische oder auch kirchengeschichtliche Inhalt der bildlichen Darstellungen in der oberen Blatthälfte wurde durch gereimte Texte im unteren Teil des Blattes erläutert. Bis zum Jahr der Französischen Revolution 1789 erschienen so 138 druckgraphische Einzelblätter, die bald schon gesammelt wurden und z. T. auch in kolorierter Form erhalten sind.

Von den Sammelbänden, die sich im Besitz der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg befinden, wurde aus Gründen der Vollständigkeit einer der nicht kolorierten Bände (Signatur 2° S 115) zur Digitalisierung ausgewählt. Zum Binden waren die ursprünglichen Folioformate der Einblattdrucke horizontal in zwei Teile zerschnitten worden, so dass im Sammelband der jeweilige Kupferstich links dem zugehörigen Text rechts gegenübersteht. Um den originalen Zustand der Blätter zu veranschaulichen und gleichzeitig einen Eindruck von der farbenprächtigen Gestaltung der kolorierten Exemplare zu vermitteln, wird hier auch eine Auswahl von elf kolorierten Blättern aus dem Besitz der Staats- und Stadtbibliothek (Signatur Graph 21/6) gezeigt (siehe unten).
Die Digitalisierung erfolgte mit Fördermitteln der
Bayerischen Landesbibliothek Online.

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:

 

 

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